Die Wirtschaft fördern, statt verwalten und hoffen
Autor: Ulrich Kramer
Mitglied des Vorstands

Ratingen steht finanziell solide da, Dank jahrelang sprudelnder Gewerbeeinnahmen und trotz einer mitunter allzu sorglosen Ausgabenpolitik. Doch wer da glaubt, das sei ein sanftes Ruhekissen und gültig für die nächsten Jahre, der verkennt die Lage: Die Kreisumlage steigt, die Konjunktur schwächelt weiterhin (nur bei der Rüstung gibt’s ein dickes Plus), und immer mehr Unternehmen prüfen heimlich still und leise, ob Ratingen wirklich noch der richtige Standort ist. Vor allem Düsseldorf erzeugt eine große Sogwirkung, nicht nur mit dem EUREF-Campus, sondern mit vielen interessanten Objekten und Standorten.

Ein solider Haushalt ist in der heutigen Zeit eher eine Momentaufnahme, alles kann sich binnen Jahresfrist ändern. Im Zeitalter der sogenannten Polykrisen ist der nächste Nackenschlag nicht weit entfernt. Umso wichtiger ist es, alles zu tun, um das hohe Niveau der Gewerbesteuereinnahmen zu sichern. Und das ist das Problem:  Bei allem Respekt, aber 1,5 Stellen für die Wirtschaftsförderung sind zu wenig für eine Stadt, die ihre Einnahmebasis ernst nimmt. Mit dieser Ausstattung wird bestenfalls reagiert, nicht agiert. Wer wirtschaftliche Risiken frühzeitig erkennen will, muss die Top-Unternehmen der Stadt in Manndeckung nehmen – denn ein Husten bei einem dieser Betriebe wächst sich für die städtischen Einnahmen schnell zur Lungenentzündung aus. Die Stadt ist an ihren (ertragsstarken) Unternehmen schlicht nicht nah genug dran, um solche Frühwarnzeichen überhaupt zu bemerken.

Dabei geht es nicht nur um neue Ansiedlungen, sondern zuerst darum, die vorhandenen Unternehmen zu halten. Und zu wissen, was diese Firmen und ihre Mitarbeitenden bewegt. Die Infrastruktur muss endlich zu den wirtschaftlichen Ambitionen der Betriebe passen: ein funktionierender Mobilitätshub, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bei der Bahn, die zügige Beseitigung von Baustellen, ein ganzheitliches Denken bei Baustellenplanung und Instandsetzung sowie der konsequente Ausbau der Veloroute. Wer Unternehmen und ihre Mitarbeitenden täglich mit Verspätungen, Umwegen und halbfertigen Baustellen konfrontiert, braucht sich über Abwanderungsgedanken nicht zu wundern.
Gerade jetzt, mit Blick auf steigende Kreisumlagen und mögliche Einnahmerückgänge durch Abwanderung, wirtschaftliche Einbußen oder eine Rezession, ist doppelte Wachsamkeit gefragt: konsequent sparen, wo es geht – und zugleich gezielt investieren, wo es dem Standort nachhaltig nützt. Wirtschaftsförderung ist dabei kein Kostenpunkt, sondern eine Versicherung gegen genau die Einnahmeausfälle, vor denen wir uns heute noch scheinbar sicher fühlen können.

Die FDP fordert einen massiven Ausbau der Wirtschaftsförderung – ein professionelles Account Management für die kleinen und großen Betriebe dieser Stadt. Denn nur wenn hier die Weichen richtiggestellt werden, kann die Stadt bei all ihrer Schönheit und ihres hohen Lebensstandards weiterhin gedeihen. Es ist höchste Zeit zu handeln!

Wie sehen Sie das? Schreiben Sie uns: info@fdp-ratingen.de

 
 
 
 
FDP Ratingen
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